Vorher aber kann ich Ihnen einen wirklich sehr reizenden Vorschlag machen, der den Vorzug hat, originell zu sein [3](ich darf das sagen, weil er nicht von mir stammt): Eine große Gruppe von jungen Buchhändlern im Rheinland und Westfalen will am 29./30 Mai oder 5./6. Juni eine zweitägige Studienfahrt nach Flandern machen und möchte damit eine kleine Wallfahrt zu dem von ihnen so außerordentlich verehrten Dichter Streuvels verbinden. Ich habe den jungen Leuten heute geschrieben, ich sei bereit, bei Ihnen zu vermitteln und Sie zu fragen, ob diese Gruppe von jungen Buchhändlern so vielleicht für 2-3 Stunden Sie besuchen darf. Es gibt ein schönes deutsches Sprichwort, das Sie vielleicht kennen: "Kommt der Berg nicht zum Propheten, so kommt der Prophet zum Berge". Um ganz korrekt zu sein, müssen wir statt "Prophet" also in diesem Falle sagen: "Apostel". Denn diese jungen Leute sind tatsächlich nichts anderes als Apostel des Buches: sie stehen den ganzen Tag hinter dem Ladentisch, und in ihre Hände ist es gegeben, welches Buch ein unentschlossener Käufer erwirbt. Tatsächlich sind heute die deutschen Buchhandlungsgehilfen noch viel wichtiger als die Geschäftsinhaber, und sie sind von großem Idealismus und Eifer erfüllt. Der riesige Erfolg von deutschen Schriftstellern wie Ernst Wiechert kommt zum großen Teil davon her, daß er auf seinen Vorlesungen nachher mit den jungen Buchhändlern zusammensitzt, was natürlich eine gehörige Anstrengung ist, die ich Ihnen nicht zumuten würde. Aber einen solchen einmaligen Überfall auf dem Lijsternest lassen Sie sich vielleicht ganz gern gefallen.
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