Juli
6. Juli 1951
Herrn 6. Juli 1951
D[okto]r Stijn Streuvels
Ingoyghem/b[ei] Kortrijk
Het Lijsternest
Hochverehrter lieber Herr D[okto]r Streuvels!
Zu meinem allergrössten Bedauern muss ich meine Reise nach Flandern noch verschieben, da unvorhergesehene Ereignisse eingetreten sind, infolge deren ich hier im Augenblick unabkömmlich bin, das heisst für längere Zeit und eine so grosse Entfernung. Das ist mir ganz ausserordentlich schmerzlich, denn ich hatte mich gerade auf diese Reise während dieser herrlichen Sommerwochen ganz ausserordentlich gefreut. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und ich hoffe, dass ich auch später noch willkommen bin.
Ich habe dies Fräulein Isa schon mitgeteilt und ihr geschrieben, dass ich aber in der kommenden Woche in Bonn sein werde, wo ich mit der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes zu verhandeln habe. Einzelheiten darüber wird Ihnen b[e]z[iehungs]w[eise] Fräulein Isa unser gemeinsamer Freund Nimtz, mit dem ich soeben telefoniert habe, erzählen, da sie sich nicht sehr für einen Brief eignen. Ich bin voraussichtlich spätestens am kommenden Mittwoch, den 11.7. wieder hier.
Ich hoffe sehr, dass Sie eine recht genussreiche Reise gehabt haben,[1] und bitte Sie, die ganze Familie auf das herzlichste zu grüssen.
Stets in treuer Verehrung
Ihr
(handtekening Adolf Spemann)
(handtekening Adolf Spemann)
N[achschrift]: Der Graphiker[2] hat uns einen hervorragend schönen Umschlag zum "Flachsacker" geliefert, der jetzt klischiert wird, nur Schrift, in zwei Farben, sehr vornehm, dem Rang des Werkes angemessen und trotzdem von guter Fernwirkung im Schaufenster. Ich glaube, das wird auch Ihnen gefallen.









