<Resultaat 2282 van 2531

>

D[okto]r Adolf Spemann
Am Bopserweg 1a

Mein hochverehrter lieber Herr Streuvels!
Dieses Jahr 1956 darf nicht zu Ende gehen, ohne dass ich Ihnen, Ihrer verehrten Gattin und allen Ihren meine wärmsten Wünsche gesandt habe, zugleich im Namen meiner ganzen Familie. Mögen Sie die beiden Feste alle gesund und in voller Harmonie, wie Sie uns nur die Familie gibt, verbringen und möge auch 1957 für Sie unter einem guten Stern stehen.
Von Frau Dina und Frau Isa erhielt ich reizende lange Briefe, über die ich mich ausserordentlich gefreut habe. Dies umsomehr, als ich daraus gesehen habe, dass Sie mich am Radio gehört und dass Sie daraufhin manchen Brief von treuen Lesern bekommen haben. Oft verflucht man die moderne Technik mit ihren raffinierten Erfindungen, darunter auch das Radio, aber bei solchen Gelegenheiten sieht man dann wieder die positive Seite. Die ganze Kunst des Lebens besteht ja vielleicht darin, seine Schattenseiten - zwar nicht zu übersehen - aber durch die Lichtseiten zu kompensieren.
Ich hatte dazu in diesem Jahr wieder ganz besondere Gelegenheit. Das wissen Sie aus unserem Briefwechsel vor dem Übergang unseres Verlages an die D[eutsche Verlagsanstalt]. Ich bin mir dessen aber besonders bewusst geworden, als ich im Laufe dieses Jahres meine eigenen "Herinneringen uit het Verleden" aufschrieb; der Reichtum der Erinnerung an zahlreiche bedeutende Menschen geht ja nie verloren und dafür muss man dankbar sein.[1]
Mit grossem Interesse habe ich gelesen, dass Frau Dina nun wieder in Gent ist - aber so ganz anders als 1940 neben Sint Bavo! Das ganze Glück der Familie strahlte aus ihrem Brief und ich bin froh zu wissen, dass Sie diese Tochter nun etwas mehr in der Nähe haben. Umsomehr als Familie Baert nun ja in der Universitätstadt Leuwen ist- sehr weit weg! Ich denke es mir in den stillen Wintermonaten unter dem grauen sonnenlosen Himmel im Lijsternest doch recht einsam und hoffe, dass Sie diese Einsamkeit doch manchmal durch einige Wochen oder Monate in Gent oder Leuwen oder Brüssel unterbrechen. Da ich ja nun auch über 70 Jahre bin, weiss ich aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, sich von seinem Schreibtisch und der vertrauten Umgebung zu trennen, aber andererseits leben wir ja auch wieder vom Kontakt mit der Jugend, mit unserem eigenen Fleisch und Blut.
Lassen Sie es sich recht wohl ergehen, mein hochverehrter Herr D[okto]r Streuvels, und seien Sie unserer herzlichen Gedanken versichert.
Stets treulich
Ihr
(handtekening Adolf Spemann)
(Dr. Adolf Spemann)

Annotations

[1] In 1959 werden Spemanns levensherinneringen in boekvorm uitgebracht: Adolf Spemann, Menschen und Werke: Erinnerungen eines Verlegers. München, Winkler, 1959, 351 p.

Register

Naam - persoon

Baert, Hugo

Echtgenoot van Isa Lateur.

Lateur, Dina (° Ingooigem, 1916-02-24 - ✝ Gent, 2000-04-06)

Lerares.

Dina Lateur werd als derde kind (van de vier) uit het huwelijk van Stijn Streuvels met Alida Staelens geboren in het Lijsternest in Ingooigem. Door de Eerste Wereldoorlog was de bewegingsvrijheid van de mensen beperkt. Daardoor had Streuvels ruim de tijd om zich met zijn dochter bezig te houden. Maar Dina was ook een inspiratiebron voor Streuvels. Als 'Prutske' werd Dina onsterfelijk gemaakt in het gelijknamige boek van Streuvels. Dina Lateur was gehuwd met een leraar, Frank Demey en werkte zelf als lerares in Sint-Bavo in Gent.

Lateur, Isa (° Ingooigem, 1922-12-13)

Jongste dochter van Frank Lateur. Gehuwd met Hugo Baert.

Streuvels, Stijn (° Heule, 1871-10-03 - ✝ Ingooigem, 1969-08-15)

Geboren als Frank Lateur en bakker van opleiding, maar onder zijn pseudoniem Stijn Streuvels als prozaschrijver bekend geworden in tijdschriften als Van Nu en Straks, Vlaanderen, De Gids en De Nieuwe Gids. De vlaschaard (1907) en De teleurgang van den waterhoek (1927) zijn twee van zijn bekendste romans.

Naam - uitgever

Deutsche Verlags-Anstalt

Duitse uitgeverij die in 1881 in Stuttgart werd opgericht, en sinds in 2000 München gevestigd is. De uitgeverij richtte zich onder meer op literatuur, hedendaagse geschiedenis, politieke non-fictie en architectuur, interieur en design. Vanaf 1900 groeide de uitgeverij uit tot een belangrijke economische factor in Stuttgart.