29.9.56
Herrn
D[okto]r Stijn Streuvels
Ingooighem bei Kortrijk
Het Lijsternest
Hochverehrter lieber Herr D[okto]r Streuvels!
In wenigen Tagen werden Sie Ihren 85. Geburtstag feiern können.
[1] Ich weiss, wie Sie selbst über solche Tage denken, aber Sie müssen Ihrem alten Verleger erlauben, dass er Ihnen zu diesem Tage seine wärmsten Wünsche sendet. Der einzige Wunsch ist: Gesundheit! Denn alles übrige tragen Sie selbst in sich! Meine Familie und ich gedenken Ihrer und all der Ihren ganz besonders herzlich und in dankbare Verehrung.
Nehmen Sie bitte das beiliegende Kapitel aus meinen Erinnerungen die ich soeben schreibe, als einen bescheidenen Versuch, Ihrer Menschlichkeit und Ihrem Künstlertum gerecht zu werden;
[2] niemand weiss besser als ich, wie unvollkommen er ist. In leicht abgeänderter Form wird dieser Versuch am 3.Oktober um 19.30 vom Südwestfunk im zweiten Programm auf Ultrakurzwelle gesendet. Ferner habe ich zum gleichen Tage ein kleines Feuilleton über Sie geschrieben und an etwa 12 deutsche Tageszeitungen geschickt. Ich hoffe, dass es von recht vielen gedruckt werden wird. Der
TELEGRAF in Berlin und die
STUTTGARTER ZEITUNG haben bereits die Annahme erklärt.
[3]
So hoffe ich denn, wenigstens auf diese Weise noch ein wenig für Ihr Lebenswerk wirken zu können, und ich hoffe, dass die
Deutsche Verlagsanstalt daraufhin recht viele
Streuvels-Bücher verkauft.
[4]
Da sicherlich Ihre ganze Familie am Mittwoch im Lijsternest versammelt sein wird, bitte ich Sie, der ganzen Familie Lateur meine herzlichen Grüsse zu bestellen.
In treuer Verehrung
Stets Ihr
(handtekening Adolf Spemann)
(Dr. Adolf Spemann)
Annotations
[1]
Stijn Streuvels werd op 3 oktober 1956 85 jaar.
[2]
Het typoscript telt 7 bladzijden en wordt bewaard bij deze brief van Spemann in het Letterenhuis (S 935/B2).
Dit hoofdstuk werd opgenomen in de volgende uitgave: Adolf Spemann, Menschen und Werke: Erinnerungen eines Verlegers. München, Winkler, 1959, 351 p.
[3]
Het feuilleton '
Gleich den Flüssen Flanderns' van de hand van Adolf Spemann werd op 30 september 1956 afgedrukt in
Der Telegraf (Berlijn) en op 2 oktober 1956 in de
Stuttgarter Zeitung. Spemann stuurde beide afleveringen op 18 oktober 1956 naar Streuvels en die worden nu nog steeds bewaard in een enveloppe (met poststempel 29 juli 1960) in het Letterenhuis (S 935/K/Duitse recensies).
[4]
Begin 1956 had Adolf Spemann zijn Engelhornverlag aan de Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart overgelaten, die verder moest zorgen voor de verspreiding van Streuvels' werken in Duitsland. Cf. Spemanns brief aan Streuvels van
23 januari 1956.